Leseprobe

255 1826 Am 1. April beginnt er seine Heimreise über Assisi, Perugia, Florenz, Pisa, Parma, Mailand, Bern und Stuttgart, wo er die Sammlung Boisserée besichtigt, dann weiter über Rothen- burg ob der Tauber und Nürnberg. Im August 1826 erreicht er Dresden. Er bezieht eine eigene Wohnung. Der Kontakt zu Baron von Quandt ermöglicht ihm den Besuch von dessen Kunstsammlung. Quandt bestellt zwei italienische Land- schaften bei ihm. 1827 Am 4. November heiratet Richter Auguste, geb. Freudenberg (1804 –1854). 1828 Er wird als Zeichenlehrer an die Staatliche Zeichenschule Meißen berufen, mit festem Jahresgehalt von 200 Talern. Die Schule wird zu dieser Zeit von Georg Friedrich Kersting geleitet. Am 15. August wird die Tochter Marie geboren. 1830 Am 11. März wird sein Sohn Johann Heinrich (1830–1890) geboren. Heinrich ist mit seinen depressiven Stimmungen zeitlebens das »Sorgenkind« des Vaters. 1832 Er publiziert die Malerischen Ansichten aus den Umgebungen von Rom. 1834 Am 27. Mai wird die Tochter Aimée (1835 –1863) geboren. Richters Frau erkrankt, wodurch eine Italien-Reise verhindert wird. Deshalb reist er im September ins Böhmische Mittel‑ gebirge. Richter beginnt im Anschluss die Reihe der Schrecken- stein-Bilder. 1835 Im Herbst wird die Auflösung der Meißener Zeichenschule für das kommende Frühjahr beschlossen. 1836 Ende Februar zieht Richter mit seiner Familie nach Dresden. Im Frühjahr 1836 macht er nach eigener Aussage die Bekannt- schaft des Verlegers Georg Wigand. Es beginnen eine lang- jährige Zusammenarbeit und die erste Kooperation für die Serie Malerisches und Romantisches Deutschland (Sächsische Schweiz, Harz, Franken, Riesengebirge). Bis 1838 unternimmt der Künst- ler entsprechende Studienreisen: im Juni 1836 eine Harz-Reise, 1837 Franken, 1838 Riesengebirge. Am 1. November wird er als Lehrer der Landschafts- und Tierklasse an die Dresdner Akademie berufen, als Nachfolger seines Vaters, der kurz zuvor in den Ruhestand geschickt worden war. Richter führt bei seinen Studenten die Praxis ein, in der Natur zu zeichnen. 1837 Richter besucht eine Ausstellung von Werken der Düsseldorfer Schule in Dresden. Er ist davon sehr beeindruckt. Am 13. Juni wird die Tochter Helene (1837–1927) geboren. 1838 Es beginnt die erste Zusammenarbeit mit dem Verleger Otto Wigand: Illustrationen für Marbachs Volksbücher . Im Verlag des Bruders Georg Wigand (1808–1858) folgen bald darauf weitere Projekte, die Richter innerhalb weniger Jahre zu einem der bekanntesten und beliebtesten Illustratoren machen. Durch die Zusammenarbeit mit Wigand und schlechte Erfah- rungen mit Holzschneidern entwickelt er seine Entwürfe für Holzschnitte und Holzstiche beständig weiter. 1839 Richter unternimmt eine Wanderung ins Erzgebirge. 1840 Seit Mai ist er Vorstand eines Ateliers für Landschaftsmalerei an der Akademie. Am 1. Oktober wird die Tochter Elisabeth (1840–1917) geboren. 1841 Mit Oehme und Peschel wandert Richter nach Böhmen, im  August reist er nach Thüringen. Am 23. Dezember wird er zum Professor ernannt. Richter beginnt mit den Arbeiten für Musäus Volksmärchen der Deutschen. Er entwirft schließlich 151 Bilder dazu. 1842 Mit Oehme und Peschel reist er in den Harz. 1843 und 1844 Jeweils im August wandert Richter nach Böhmen. 1845 Mit Peschel reist er in die Fränkische Schweiz. 1847 Am 16. April stirbt seine Tochter Marie 18-jährig. Im September reist Richter mit Peschel nach Thüringen. 1848 Richter tritt während der Revolution dem Deutschen Verein und der Akademischen Legion bei. Später steuert er ano- nym 24 Bilder zu den nachrevolutionären Musenklängen aus Deutschlands Leierkasten bei. August Gaber schneidet für ihn die ersten Holzstöcke. Richters Vater stirbt. Georg Wigand gibt das erste Richter-Album mit 115 Bildern heraus. Der Erfolg führt zu Neuauflagen. 1851 erscheint ein zweiter Band. 1849 und 1851 Richter unternimmt Erholungsreisen nach Ostende mit Aus- flügen nach Brügge sowie 1849 eine Böhmen-Reise. 1850/51 Richter hält sich in München auf und reist weiter zur Erholung nach Bad Kreuth. Ende 1850 schlägt Wigand Richter Illus- trationen zu einem Andachtsbüchlein vor. Richter überdenkt die Idee und entwickelt daraus den Plan für Beschauliches und Erbauliches. Das erste Heft mit 19 Holzschnitten erscheint im Mai 1851. 1852 Richter erkrankt an einer Nervenentzündung. Seine Tochter Aimée heiratet den Holzschneider August Gaber. Seit 1852 ziehen Richter und seine Familie im Frühling nach Loschwitz bei Dresden in ein gemietetes Bauernhaus. Im September unternimmt er mit seiner Frau eine Rhein-Reise. 1853 Am 30. März erfolgt seine Ernennung zum Mitglied des Akademischen Rates der Dresdner Akademie; die Bayerische Akademie der Künste wählt Richter zum Ehrenmitglied. Ludwig Bechstein’s Märchenbuch mit 174 Holzschnitten nach Richter erscheint im Verlag Georg Wigand.

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