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171 Abb. 5 Angeblich Carl Webers: Bettlerpaar, Deutschland, Ende 18. Jahrhundert, Wachs, Rahmen: H. 24,6 cm, B. 18,8 cm, T. 3,8 cm, Relief: H. 18,5 cm, B. 13 cm, Victoria & Albert Museum, London, Inv.-Nr. A.14-1944 Abb. 6 Bettlerpaar, Deutschland, Ende 18. Jahrhundert, rotes Wachs, H. 17,6 cm, B. 12,2 cm, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. Pl.O.3181 Manche dieser Besonderheiten sind ebenfalls bei den erwähnten Vergleichsstücken in anderen Samm­ lungen festzustellen. 24 Ähnlichkeiten sah auch ein nicht verifizierbarer Wissenschaftler in Nürnberg, der aufgrund der überlieferten Zuschreibung an Ha­ selmeyer für das Bettlerpaar diesen Künstler auf der Karteikarte zum Lesenden Philosophen unter »Über­ legungen« notierte. 25 Und ist es Zufall, dass Werke aus dieser Viererkonstellation mintunter dieselbe Provenienz haben? 26 Als eine Möglichkeit einer wei­ teren Spur sei auf die folgende Quelle hingewiesen: In der Ausstellung der Berliner Akademie wurden im Jahr 1794 vier Wachsreliefs präsentiert, die diese in­ haltliche Konstellation wiederzugeben scheinen: »Vom Herrn Wustrowsky Vier in Wachs bossirte Stücke: 258. Der Socrates. 259. Ein blinder Bettler. 260. Aristoteles. 261. Diogenes.« 27 Ob die Dominanz des männlichen, blind und somit deutlich hinfälliger gezeigten Dargestellten zum gänzlichen »Übersehen« der Frau geführt haben kann, bleibt zu fragen. Anmerkungen 1  Das Wachs ist vergleichsweise hart. 2  Offenbar ebenfalls spätere Pappmachéstreifen an den Innenseiten, die mit ur­ sprünglich rötlichem, nun gelblich ausgeblichenem Seiden­ papier bespannt ist, wurden bei der Restaurierung 2012 durch Fotokarton ersetzt. Befestigungsstreifen aus Leinen wurden ebenfalls durch Leinennassklebebänder ausgetauscht. Als Staubschutz wurden zusätzlich Filzstreifen eingebracht. 3  Die vier neueren, korrodierten Nägel 2012 entfernt. 4  Im Zuge der Restaurierung überklebt. 5  Nach freundlicher Auskunft vom Volkskundler Dr. Ralf Gehler am 24.8.2014. 6  Vgl. NT Matthäus 14,15; Lukas 6,39; Pigler 1974, Bd. 1, S. 364–644; Pig­ ler 1974, Bd. 3, Tafelband, Taf. 124. Das Gleichnis führte auch zu entsprechenden Sprichwörtern, vgl. Bexte 1999, S. 61, auch detailliert zur Deutung von Blinden. 7  Vgl. Kappel 2002; Möller 2000, Kat.-Nrn. 67–69, 111 –115 m. Abb.; Ducret 1974, Kat.-Nr. 76 m. Abb.; The Metropolitan Museum of Art, Bettler , Porzellan-Manufaktur Meissen, um 1725, Inv.-Nr. 1982.60.315 – Vielleicht steht diese Statuette gar im Zusammenhang mit der Tätigkeit J. C. L. Lückes 1728/29 an der Porzellan-Manufak­ tur Meissen. 8  Benediktinerstift Kremsmünster: Kremsmüns­ ter 1977, S. 48, Kat.-Nr. 199 m. Abb. 70, Bettlerpaar , Relief aus rotemWachs, H. 17,8 cm, B. 12,2 cm. Vgl. außerdem ein weite­ res, zum Schweriner Relief sehr ähnliches Exemplar im Kunst­ handel bei Trend First, Alexander u. Valdemar From, Hellerup, Dänemark, »Italien, um 1800«, rotbraunes Wachs, H.m. R. 19 cm, B. m. R. 13 cm, T. m. R. 3 cm, vgl. www.trendfirst.com,

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