Expressiv weiblich

Helene Funke

 
Herausgeber: Frédéric Bußmann; Viola Weigel; Kunstsammlungen Chemnitz
160 Seiten, 121 meist farbige Abb.
30 x 24 cm, Klappenbroschur
Erscheinungsdatum 4.11.2018
ISBN 978-3-95498-435-0
29,00
Helene Funke, deren 150. Geburtstag 2019 gefeiert wird, begründete eine eigen­ständige Form des Expres­sio­nismus. Sie studierte neben Gabriele Münter an der Damen-Akademie in München, stellte mit Matisse und Picasso in den Pariser Salons aus und feierte Erfolge als vielfach ausgezeich­nete Malerin und Grafikerin neben Klimt und Schiele in Wien. Ungewöhn­liche Bildnisse von Frauen und Frauen­gruppen wurden ihr Marken­zeichen: Sie löste die Frau aus ihrer passiven Rolle, machte sie zur aktiven Beobach­terin und selbst­bewussten Akteurin innerhalb eines weib­lichen Kollektivs. Zu ihrer Zeit war Funke die einzige moderne Künstlerin aus Chemnitz, die inter­natio­nale Beachtung erlangte. Trotz ihrer über 40 Ausstellungs­beteili­gungen von Paris über Hamburg bis Stockholm starb Funke 1957 verarmt und vergessen in Wien, ihr künst­lerischer Nachlass wurde verstreut. Erst seit einigen Jahren wird ihr Werk wieder­entdeckt.
Von den über 60 hier vorgestellten Gemälden, Grafiken und Zeich­nungen galten einige als verschollen und werden erstmals wieder präsentiert. Funkes leuchtende Farben, der wilde Pinselduktus, ihre ausdrucks­starken Porträts und Frauen­akte, ihre unkon­ven­tio­nellen Bild­ausschnitte faszi­nieren und verzau­bern bis heute. Eine Besonder­heit im Schaffen Helene Funkes sind foto­grafische Selbst­porträts, also »Selfies«, die sie bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts von sich anfertigte.
Der Band zeichnet Funkes künstle­rischen Weg nach und wirft einen Blick auf ihre Werk- und Lebens­biografie. Aber noch immer gibt das Leben und Schaffen der vielseitig inspirierten, großen Einzel­gängerin des Wiener Kunst­betriebs, die die wichtigsten Stilrichtungen in den Zentren ihrer Entstehung hautnah miterlebte, viele Rätsel auf.