Dresden – Coventry und was dazwischen liegt

Arbeiten von Wolfgang Tillmans und die Philosophie Jacob Böhmes

 
Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Claudia Brink
24 Seiten, 21 farbige Abb.
in deutscher und englischer Sprache
26 x 22 cm, Broschur
Erscheinungsdatum 2.5.2019
ISBN 978-3-95498-488-6
10,00
Wolfgang Tillmans zählt zu den renom­mier­testen Künstlern der Gegenwart. Das Themen­spektrum seiner foto­grafischen Arbeiten ist weit gefächert. Es sind die viel­fältigen Erschei­nungs­formen der Natur oder Bilder von Menschen in den unter­schied­lichsten Lebens­situationen, aber auch abstrakte optische Erschei­nungen. Zentrales Thema seiner jüngsten Arbeiten ist das gemein­same Schicksal der Städte Dresden und Coventry, beide im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und seit 1959 durch eine Städte­partner­schaft mitein­ander verbunden. Die Ausstellung im Dresdner Albertinum umfasste insgesamt 15 Foto­grafien dazu.
Eine interes­sante Parallel­geschichte: Etwa um das Jahr 1618 griff der mystische Philosoph Jacob Böhme nach mehr­jähriger Schreib­pause erneut zur Feder, weil ihn die sich zuspitzende, von konfes­sio­nellen Streitig­keiten geprägte politische Situation zutiefst bewegte. 400 Jahre später erscheinen seine Gedanken erstaun­lich aktuell. Wolfgang Tillmans kannte Jacob Böhme nicht. Und doch liest es sich wie von Böhme, wenn er erklärt: »Ich mache Bilder, um die Welt zu erkennen«, und dabei auf die Spannung der Gegen­sätze setzt, das Verhältnis zwischen dem Ganzen und seinen Teilen, zwischen Dauer­haftem und Vergäng­lichem, Abstraktem und Gegen­ständlichem.