Franz Bullmann

Die Wiedergeburt einer Königin

Geschichte und Restaurierung der Amalien-Orgel in Berlin

 
84 Seiten, 79 meist farbige Abb.
28 x 21 cm, Klappenbroschur
Erscheinungsdatum 10.12.2010
ISBN 978-3-942422-16-1
14,80
Viel Glück hatte die Amalien-Orgel bisher in ihrem Leben von über 250 Jahren erfahren, aber auch einiges Leid. Peter Migendt und Ernst Marx bauten sie 1755 für das Balkonzimmer des Berliner Stadtschlosses. Ihr ornamentreicher, stark vergoldeter Prospekt ist von vorzüglicher Qualität. Auftraggeberin war Anna Amalia, Prinzessin von Preußen, jüngste Schwester Friedrich II., Organistin, Komponistin und Autografensammlerin. Der in die Zukunft weisende Manualumfang bedeutete im Berlin des 18. Jahrhunderts ein Privileg, bei dem sicherlich Carl Philipp Emanuel Bach Pate gestanden hatte; er widmete der Prinzessin und ihrer Orgel Sonaten.
Bis heute ist diese schöne Orgel zweimal verschenkt und einmal verkauft worden. Sechs Umzüge musste der Prospekt über sich ergehen lassen, vier Umzüge das innere Werk. Sie überstand teils in St. Marien, teils in Potsdam fast unbeschadet den Zweiten Weltkrieg und wurde 1956 von Probst Heinrich Grüber nach Karlshorst vermittelt. So ist die Amalien-Orgel die einzige erhaltene Orgel Berlins aus dem 18. Jahrhundert. Nach dieser Geschichte und nun 50 Jahren Dienst in Karlshorst bedurfte sie der grundlegenden Auffrischung und der Rückführung in die Nähe ihrer ursprünglichen bautechnischen und künstlerischen Dimensionen.