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Von der

Erdkugel zur Karte

Will man die Oberfläche der Erdkugel auf einer Karte darstellen,

so muss man sie in Segmente schneiden, die an den Polen spitz

zulaufen und am Äquator am breitesten sind. Die Lücken zwischen

den Segmenten werden zu den Polen hin immer breiter.

Zieht man die Segmente an den Polen auseinander, erhält man

eine geschlossene Karte. Allerdings ist diese nur am Äquator exakt.

An allen anderen Stellen ist sie in die Breite gezogen. Am stärksten

sind die Verzerrungen an den Polen.

Gerhard de Kremer, der sich den lateinischen Namen Mercator

(dt.: Händler) gab, hatte die geniale Idee, die Verzerrungen

dadurch auszugleichen, dass er die Karte zu den Polen hin immer

weiter streckte. Um die Streckung zu berechnen, benötigt man

eigentlich die Integralrechnung. Die wurde aber erst 130 Jahre

später von Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz entwi-

ckelt. Wie Mercator seine Berechnungen gemacht hat, ist nicht

geklärt.

Das Ergebnis ist die Weltkarte von 1569 in der so genannten Mer-

cator-Projektion. Die besaß den großen Vorteil, dass die Seeleute

den Kompasskurs als gerade Linie in die Karte eintragen konnten.

Der Nachteil der Mercator-Projektion ist, dass die Flächen nicht

korrekt dargestellt sind. So erscheint Grönland fast genauso groß

wie das etwa 14-mal größere Afrika. Aber Mercators Weltkarte war

in erster Linie für die Seefahrt gedacht.

Ad usum navigantium

(Zum

Gebrauch der Seeleute) heißt es im lateinischen Titel. Mercators

Projektionsmethode wird noch heute benutzt und UTM (Universal

Transverse Mercator) genannt.

Gerhard Mercator, Weltkarte,

1569 (Kultur- und Stadt­

historisches Museum Duisburg)