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Der

FA kobsstAb

Grundlage für die Positionsbestimmung nachts auf See sind Fix­

sterne, die ihre Position beibehalten – auf der Nordhalbkugel zum

Beispiel der Polarstern. Der Winkel zwischen dem Horizont und

dem Polarstern gibt an, wie weit nördlich vom Äquator, also auf

welchem Breitengrad, sich ein Schiff befindet. Der Äquator bildet

den nullten, der Nordpol den 90. Breitengrad. Steht der Polarstern

genau über dem Schiff, beträgt der Winkel zum Horizont also 90

Grad, sind wir am Nordpol. Am Äquator steht der Polarstern waa-

gerecht am Himmel, der Winkel zum Horizont beträgt null Grad.

Der Jakobsstab ist eines der ältesten Instrumente, um Winkel zu

messen. Der Name kommt von den drei Gürtelsternen des Orion,

die imMittelalter auch als Jakobsstab oder Jakobsleiter bezeichnet

wurden. Er besteht aus einem Längsstab und einem darauf ver-

schiebbaren Querstab. Der Längsstab wird zwischen den Augen

angesetzt, der Querstab anschließend so lange verschoben, bis

seine Enden den Horizont und den Polarstern überdecken. Aus

der halben Länge des Querstabes und dem Abstand zwischen

Auge und Querstab kann man den Winkel zwischen Horizont und

Polarstern berechnen. Oft war der Winkel auch direkt an einer

Skala am Längsstab abzulesen. Tagsüber benutzte man zur Posi-

tionsbestimmung auf See den Winkel zwischen Horizont und

Sonne. Durch das Anvisieren der Sonne erblindeten früher viele

Seeleute. Darum tragen Piraten so oft eine Augenklappe.

Auch zur Entfernungs- und Höhenmessung kann man den Jakobs-

stab verwenden. Um die Höhe eines Turms zu bestimmen, muss

man nur die Entfernung zu ihm kennen. Man setzt den Jakobsstab

ans Auge und verschiebt den Querstab, bis seine beiden Enden

den Turm von oben bis unten überdecken. Die Höhe

h

kann man

annäherungsweise nach folgender Formel berechnen:

h = a · l

/

b

a

= Entfernung zum Turm,

l

= Länge des Querstabes,

b

= Entfernung vom Auge zum Querstab

Peter Apian, Instrument Buch, 1533 (Bayerische Staatsbibliothek München)