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David Lehmann

Makula

Herausgeber: Ostdeutsche Sparkassenstiftung
Text von: Gerrit Gohlke
56 Seiten, 28 farbige Abb.
in deutscher und englischer Sprache
23,5 x 16,5 cm, Festeinband
Erschienen 10.05.2016
ISBN 978-3-95498-206-6

10,00 EUR

David Lehmann ist ein unzeitgemäßer Maler. Seine Malerei hat einen eigenartigen Verzögerungs­effekt, sie enthält rauschende und pfeifende Störgeräusche wie eine Kurzwellen­sendung, sie trumpft mit Gesten auf, die wie Provokationen wirken und die man überhaupt nur aushalten kann, weil ihnen der unzeitgemäße Nachhall folgt. Sie ziehen die Blicke an, weil jede Geste ungestische Echos erzeugt, weil die Chiffren unterwandert werden durch Experimente mit dem Material der Farbe, mit langsam sich sedimentierenden Verwischungen und Reaktionen. Lehmann wirft Dinge in den Raum, als bräuchte es sie als Vorwände, damit es neben ihnen Zwischen­räume gibt. Eine ganze Komparserie an Fratzen, figürlichen Zitaten, historischen Gewebe­entnahmen aus den Argumentations­mustern anderer Epochen oder Kontinente bezieht in ihnen Position, um die Bilder zu besetzen wie ein zu verteidigendes Territorium. In alles zeichnet Lehmann hinein, legt Linien wie Grafitti an, beweist mit unermüdlicher Energie die Unerschöpflichkeit seiner Rhetorik, fürchtet sich nicht vor kraft­strotzenden Körper­massen oder angetäuschten Abbreviaturen. Hier lärmt es, da knallt es, dort wird der Beweis geführt, dass ein Krakel ein Schuh, der Schuh ein Zeichen, das Zeichen die hinreichende Bedingung für ein Motiv ist, aus dem sich nur unbeantwortbare Fragen über den Zusammen­hang zwischen dem mono­chromen Hinter­grund und der ikonischen Formel im Vorder­grund ergeben.

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