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Elisabeth Rosenthal

Herausgeber: Ostdeutsche Sparkassenstiftung
Text von: Monika Brandmeier
56 Seiten, 36 farbige Abb.
in deutscher und englischer Sprache
23,5 x 16,5 cm, Festeinband
Erschienen 10.05.2016
ISBN 978-3-95498-204-2

10,00 EUR

Geht es bei Elisabeth Rosenthals Alter Ego nicht um viel mehr als ein reines Rollenspiel, um mehr als einen Modus, eine konsequent ästhetische Erfahrung der Welt zu verfechten oder gesell­schaftliche Normen zu hinter­fragen? Denn im Gegen­satz zu den Travestien einer »Femme Queen« ist das Projekt der Künstlerin universal angelegt und weltbildend. In ihrer sich in allen Medien der Kunst artikulierenden Ausein­ander­setzung mit der Nach­ahmung geht es ums Ganze. Wesentlich sind dabei die Schöpfung neuer Formen, die Entstehung, das Werden. Zwar mag das Meer imaginiert und ihr Matrose einem Pin-up-Girl nachempfunden sein. Doch wirkt der unabdingbare Rettungs­ring des Sailor-Single weniger ironisch als heroisch. Rosenthal hat mit ihrem Allein­reisenden ein besonderes Kreativitäts­modell im Visier. In ihrer Arbeit weicht die aus der Romantik hervorgegangene Metapher der Schiffs­reise als Subjekt­werdung einer neuen Metaphorik der Form­werdung. Rosenthals »Ich« ist auch »ein anderer«, ein Sailor-Single, das nicht denkt, sondern gedacht wird, das sich und die Welt um sich herum weniger reflektiert als sich nachahmend, mit- und umgestaltend an ihren Prozessen zu beteiligen.

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